Nach Vorlage der Expertenvoten diskutierten die Mitglieder der B-L-KG DQR und des AK DQR, wie die Ergebnisse zu bewerten und welche Änderungen an der Matrix vorzunehmen sind. Als Arbeitsergebnis wurde dem BMBF und der Kultusministerkonferenz (KMK) im März 2011 der Deutsche Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) vorgelegt.
Der AK DQR steht nun vor der Aufgabe, bis Ende 2011 einen Vorschlag für die Zuordnung formaler Qualifikationen zu erarbeiten. Auf der Grundlage der in den Arbeitsgruppen erzielten Ergebnisse soll unter Einbeziehung der Prozessbeteiligten ein Leitfaden erstellt werden, der eine Zuordnung von Qualifikationen in der Breite des deutschen Bildungssystems ermöglicht.
Am 19.10.2010 fand in Berlin die zweite Fachtagung zum DQR mit 220 Teilnehmern, in der die interessierte Fachöffentlichkeit über die bisherige Erarbeitung informiert und gleichzeitig auch europäische Aspekte erörtert wurden.
Im weiteren Vorgehen werden die Gremien beraten, nach welchen Kriterien nicht-formales und informelles Lernen an den DQR Anschluss finden kann. Unter Beteiligung insbesondere der Hauptakteure der Fort- und Weiterbildung sowie der Sozialpartner sollen mögliche Verfahrenswege und Strategien zur Einbeziehung nicht-formalen und informellen Lernens erarbeitet und auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden. Im Vorfeld wurden bereits ein Expertenworkshop durchgeführt und zwei Gutachten (Prof. Dr. Dehnbostel u.a. und Katrin Gutschow u.a.) zu dieser Thematik erstellt.
Die Thematik wird derzeit in zwei Arbeitsgruppen untersucht: „Anschlussmöglichkeiten nicht-formalen und informellen Lernens an den DQR in den Bereichen allgemeine, politische und kulturelle Bildung“ (AG 1) und „Möglichkeiten der Einbeziehung von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen in den Berufsfeldern Elektro / Metall, Gesundheit / Pflege, Handel sowie IT“ (AG 2). Im Ergebnis sollen die Arbeitsgruppen Handlungsempfehlungen für mögliche Verfahrenswege zur Einbeziehung nicht-formalen und informellen Lernens in den DQR vorlegen. Diese können wichtige Impulse für die weitere Entwicklung einer notwendigen Gesamtstrategie in einem, über das Jahr 2011 hinausgehenden Prozess geben.
Zur Klärung der sich ergebenden Fragen zur rechtlichen Konstruktion des DQR einschließlich der nationalen Koordinierungsstelle wurde ein Gutachten von Prof. Dr. Herdegen erstellt, auf dessen Basis zwischen Bund und Ländern beraten und eine Entscheidung bis Ende 2011 erwartet wird.
Zur Nutzung international vorliegender Erfahrungen fanden seit September 2010 verschiedene Expertenworkshops statt, in denen mit Vertreterinnen und Vertretern der europäischen Nachbarstaaten Erfahrungen bei der Entwicklung der Nationalen Qualifikationsrahmen ausgetauscht und Fragen der Referenzierung des DQR zum EQR diskutiert wurden.
Abschließend wird der deutsche Referenzierungsbericht erarbeitet werden. Die Übermittlung des Berichts an die Europäische Kommission wird im ersten Quartal 2012 in Aussicht genommen.
Die Ergebnisse der aktuellen Erarbeitungsphase sollen der Öffentlichkeit im Rahmen der 3. DQR-Fachtagung Ende des ersten Quartals 2012 vorgestellt werden.
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