BMBF/KMK DQR Portal
Aktuelles Datum 20.04.2014
Am 10.10.2013 fand in Berlin ein von BMBF und KMK gemeinsam veranstalteter internationaler Expertenworkshop zum Thema „Möglichkeiten der Zuordnung von außerhalb des formalen Bildungssystems erworbenen >>
Nach einer mehr als sechsjährigen Entwicklungsphase wird der Deutsche Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) im Mai 2013 eingeführt. >>
zur Validierung nicht formalen und informellen Lernens >>
zur Einbeziehung nicht formal und informell erworbener Kompetenzen in den DQR (2012). >>

Häufig gestellte Fragen

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) soll die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen auf nationaler und europäischer Ebene verbessern und die Mobilität von Lernenden und Arbeitnehmern erhöhen. Die FAQ geben Antwort auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wir hoffen, hiermit den DQR und seinen Nutzen für alle Interessierten verständlich erläutert zu haben. Weitere Anregungen werden gern entgegen genommen.

FAQ DQR
  1. Was ist der EQR?
  2. Was ist der DQR?
  3. Warum wurden EQR und DQR entwickelt?
  4. Welche Ziele werden mit dem DQR verfolgt?
  5. Was ist der Nutzen des DQR für Lernende und Arbeitende?
  6. Was ist der Nutzen des DQR für Arbeitgeber?
  7. Was ist der Nutzen des DQR für Bildungsanbieter?
  8. Wer hat den DQR entwickelt?
  9. Wie ist der DQR entwickelt worden?
  10. Welche Qualifikationen werden vom DQR erfasst?
  11. Warum wurden die Qualifikationen des allgemeinbildenden Bereichs noch nicht zugeordnet?
  12. Wer ist für die Zuordnung von Qualifikationen zuständig?
  13. Welche Berechtigungen ergeben sich aus der DQR-Zuordnung einer Qualifikation?
  14. Viele Menschen erwerben mehrere Abschlüsse, z. B. aus der Berufsbildung (dreijährige duale Ausbildung) und der Hochschulbildung (anschließendes Bachelor-Studium). Wie wird das Gesamtergebnis berechnet? Wird eine Summe oder ein Durchschnitt gebildet?
  15. Können berufliche Qualifikationen auch den Niveaus 6 bis 8 zugeordnet werden?
  16. Mit welchem Argument werden Meister, Fachwirt, Techniker und Bachelor demselben Niveau zugeordnet?
  17. Wenn die Qualifikationen Fachwirt/in, Meister/in und Techniker/in wie auch der Bachelor dem Niveau 6 des DQR zugeordnet werden, bedeutet das, dass ich als Absolvent/in ein Masterstudium aufnehmen kann, ohne einen Bachelorstudiengang absolviert zu haben?
  18. Erleichtert der DQR den Zugang zu Bildungsgängen, z. B. zu einem Hochschulstudium?
  19. Lohnt sich überhaupt noch ein Studium, wenn Meister/in, Fachwirt/in, Techniker/in und Bachelor als gleichwertig eingestuft werden?
  20. Wie wirkt sich der DQR tarif- und besoldungsrechtlich aus?
  21. Muss jede/r Einzelne auf seinem Bildungsweg alle DQR-Stufen nehmen, oder kann man auch Stufen überspringen?
  22. Wie wirkt sich die Note auf einem Zeugnis oder Diplom auf das DQR-Niveau aus?
  23. Von welchem Zeitpunkt an werden EQR-/DQR-Zuordnungen auf Zeugnissen ausgewiesen? Kann der Eintrag auch nachträglich erfolgen?
  24. Werden nicht-formales und informelles Lernen im DQR berücksichtigt?
  25. In welchem Verhältnis stehen der DQR und der Qualifikationsrahmen für deutsche Hochabschlüsse?
  26. In welchem Verhältnis stehen der DQR und Kreditpunktesysteme wie ECTS oder ECVET?
  27. Wie wirkt sich der EQR auf die Richtlinie 2005/36/EG zur Anerkennung von Berufsqualifikationen aus?
  28. Glossar


1. Was ist der EQR?

Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) ist eine europäische Initiative zur besseren Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse in Europa. Er ist ein Bezugsrahmen, mit dem die Qualifikationssysteme und -rahmen verschiedener Länder miteinander vergleichbar gemacht werden. Er dient als Übersetzungsinstrument, um Qualifikationen für Arbeitgeber, Einzelpersonen und Institutionen übersichtlicher und verständlicher zu machen, so dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Lernende ihre Qualifikationen in anderen Ländern nutzen und anerkennen lassen können. Sein Hauptziel ist es, Transparenz und bessere Vergleichbarkeit von Qualifikationen zu schaffen und so die Mobilität in Europa und das lebenslange Lernen zu fördern. Da sich die nationalen Bildungs- und Qualifikationssysteme teilweise stark voneinander unterscheiden und auch für Anrechnung und Anerkennung unterschiedliche nationale Regelungen gelten, ist neben dem EQR auch die Entwicklung nationaler Qualifikationsrahmen erforderlich.
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2. Was ist der DQR?

Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) ist ein Übersetzungsinstrument, mit dessen Hilfe alle in Deutschland existierenden Qualifikationen den acht Niveaus des EQR zugeordnet werden können. Dadurch wird die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen in Europa gefördert und die Mobilität von Lernenden sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unterstützt. Ziel ist es, im DQR alle schulischen, akademischen und beruflichen, aber auch auf anderen Wegen erworbene Qualifikationen abzubilden und so einen Rahmen für das lebenslange Lernen zu entwickeln. Dabei wird den Besonderheiten des deutschen Bildungssystems Rechnung getragen.
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3. Warum wurden EQR und DQR entwickelt?

Die Mobilität in Europa nimmt zu. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Staatsangehörige eines EU-Mitgliedstaates sind, haben das Recht, in jedem Land der Europäischen Union eine Beschäftigung auszuüben und sich zu diesem Zweck dort aufzuhalten. Darüber hinaus absolvieren immer mehr Studierende ihr Studium im Ausland. Auszubildende haben die Möglichkeit, einen Teil ihrer betrieblichen Ausbildung in anderen Ländern zu durchlaufen. Auch internationale Unternehmen ermöglichen ihren Beschäftigten Karrieren im Ausland. Im enger zusammenwachsenden Europa sind zugleich die Unterschiede zwischen den Bildungssystemen groß. Die Akteure in der Bildung und in der Wirtschaft benötigen Transparenz. Verschiedene Instrumente tragen dazu bei, diese Transparenz zu schaffen und die Mobilität in der Bildung innerhalb der Europäischen Union zu steigern. Um Qualifikationen zwischen den EU-Ländern vergleichbarer zu machen, wurde der EQR entwickelt. Die meisten Länder entwickeln eigene Qualifikationsrahmen, denen sie die Qualifikationen ihres Bildungssystems zuordnen. Um die Transparenz sicherzustellen, werden Bezüge zwischen den Nationalen Qualifikationsrahmen und dem Europäischen Qualifikationsrahmen hergestellt.
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4. Welche Ziele werden mit dem DQR verfolgt?

Ziel des DQR ist es, das deutsche Qualifikationssystem transparenter zu machen, Verlässlichkeit, Durchlässigkeit und Qualitätssicherung zu unterstützen und die Vergleichbarkeit von Qualifikationen zu erhöhen. Er soll als Übersetzungsinstrument für den Bildungs- und Beschäftigungsbereich dienen, das es ermöglicht, Qualifikationen besser einzuordnen und dazu beitragen, dass in Deutschland erworbene Qualifikationen in Europa leichter anerkannt werden können. Der DQR dient dazu, die in Deutschland existierenden Qualifikationen in Relation zu den acht Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens zu setzen, um sie in Europa besser verständlich zu machen. Für die Bürgerinnen und Bürgern wird es leichter, zum Lernen und Arbeiten in ein anderes Land zu gehen und dort entsprechend ihren Qualifikationen zu arbeiten oder weitere Bildungsschritte zu unternehmen. Mit dem DQR werden aber auch Ziele verfolgt, die die Weiterentwicklung des deutschen Bildungssystems betreffen. Die transparente Beschreibung von Lernergebnissen kann das wechselseitige Verständnis unter den Bildungsbereichen fördern, Gleichwertigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hochschulbildung zum Ausdruck bringen und Durchlässigkeit unterstützen. Er soll die Orientierung von Qualifikationen an Kompetenzen fördern („Outcome-Orientierung“), also helfen, dass man in Deutschland dem Prinzip näher kommt: Wichtig ist, was jemand kann, und nicht, wo es gelernt wurde. Damit kann der DQR auch helfen, Möglichkeiten der Anerkennung und Anrechnung von Ergebnissen informellen Lernens, z. B. im Prozess der Arbeit, zu verbessern und das lebenslange Lernen insgesamt zu stärken.
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5. Was ist der Nutzen des DQR für Lernende und Arbeitnehmer/innen?

DQR und EQR sind ein hilfreiches Instrument für Bürgerinnen und Bürger, die in anderen europäischen Ländern lernen oder arbeiten wollen. Für sie wird es leichter, europaweit verständlich zu machen, welche Kompetenzen sie bereits erworben haben. Die Angabe des EQR-Levels auf einer Qualifikationsbescheinigung erleichtert es ausländischen Lesern, diese richtig einzuordnen. Über die klassischen Angaben zu Fächern, Lerninhalten und den individuell erzielten Leistungen hinaus erhalten sie eine Information darüber, welchem Anspruchsniveau die Kompetenzen entsprechen, die mit einem Bildungsabschluss erworben werden. Die Qualifikationen der deutschen Berufsbildung, des dualen Systems der Erstausbildung und der geregelten Aufstiegsfortbildung, mit ihren großen Anteilen des Lernens in der Arbeit werden insbesondere in den zahlreichen Ländern mit primär schulisch oder hochschulisch organisierter Berufsbildung oft nicht richtig eingeschätzt. Der DQR bringt die Gleichwertigkeit der deutschen Berufsbildung mit den anderen Bildungsbereichen zum Ausdruck und hilft so den Absolventinnen und Absolventen, ihre Kompetenzen auch im europäischen Ausland angemessen zur Geltung zu bringen.
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6. Was ist der Nutzen des DQR für Arbeitgeber?

Qualifikationsrahmen unterstützen den Vergleich von Qualifikationen europaweit. Der Niveauausweis auf einem Zeugnis erleichtert es, sich ein Bild von dem Anspruchsniveau zu machen, auf dem eine im Ausland erworbene Qualifikation angesiedelt ist. Darüber hinaus sind weitere Vorteile absehbar. Eine europäische Qualifikationsrahmen-Architektur kann die Transparenz internationaler Ausschreibungen von Aufträgen erhöhen. Insbesondere wird durch die gleichwertige Zuordnung von Qualifikationen der Berufs- und der Hochschulbildung zu den gleichen DQR-Niveaus die hohe Qualität der deutschen Berufsbildung europaweit sichtbar gemacht. Denkbar ist auch eine Nutzung der Lernergebnisbeschreibungen des DQR für die Erstellung von Anforderungsprofilen, Arbeitsplatzbeschreibungen und Soll-Ist-Analysen in den Unternehmen. In Bereichen, in denen die Qualifikationen starken Veränderungen unterliegen oder eine Erhöhung der Transparenz aus anderen Gründen angestrebt wird, kann die Entwicklung von Sektorrahmen auf der Grundlage des DQR hilfreich sein.
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7. Was ist der Nutzen des DQR für Bildungsanbieter?

Von mehr Transparenz in der Bildung profitieren auch und gerade die Anbieter. Der DQR mit seinem Fokus auf Kompetenzen unterstützt transparente Leistungsbeschreibungen von Bildungsorganisationen und kann damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Bildung leisten. Auch der Bildungsmarkt internationalisiert sich. EQR und DQR eröffnen neue Optionen für internationale Angebote und Kooperationen in der Bildung. Gleichwertigkeitsverhältnisse, z. B. zwischen beruflicher und Hochschulbildung oder zwischen nicht-formalem und formalem Bereich, werden deutlicher.
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8. Wer hat den DQR entwickelt?

Der DQR wurde unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) in der „Bund-Länder-Koordinierungsgruppe DQR“ und mit den Sozialpartnern und Wirtschaftsorganisationen und weiteren Akteuren im „Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen (AK DQR)“ erarbeitet. Im AK DQR sind eine Vielzahl von Akteuren aus der allgemeinen Bildung, der Hochschulbildung und der beruflichen Bildung vertreten. Dies sind Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitgeberverbände, der Gewerkschaften und der Kammern, Hochschulen, Hochschulrektorenkonferenz, Akkreditierungsrat, Studentenvereinigungen, der Weiterbildungsbereich, die Bundesagentur für Arbeit und Bildungs /Berufsbildungsforscher. Zudem wurden weitere Expertinnen und Experten aus allen Bildungsbereichen in den Entwicklungsprozess einbezogen. Die Mitglieder des AK DQR haben sowohl bei der Erarbeitung der DQR-Matrix als auch bei den bisher getroffenen Qualifikationszuordnungen mitgewirkt und tragen das Ergebnis mit.
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9. Wie ist der DQR entwickelt worden?

Im Februar 2009 legten die Bund-Länder-Koordinierungsgruppe DQR und der Arbeitskreis DQR einen mit allen Akteuren gemeinsam entwickelten ersten Entwurf eines DQR vor, der dann in der zweiten Erarbeitungsphase vom Mai 2009 bis Juni 2010 erprobt wurde. Ausgewählte Qualifikationen in den Berufsbereichen Handel, Gesundheit, Metall/Elektro und Informationstechnologie wurden den acht Niveaus der DQR-Matrix von Expertinnen und Experten aus allen Bildungsbereichen exemplarisch zugeordnet. Sie überprüften Handhabbarkeit und Struktur der Matrix und formulierten Empfehlungen zur Weiterentwicklung des DQR-Entwurfs. Nachdem der DQR am 22.03.2011 vom Arbeitskreis DQR verabschiedet worden war, erfolgte die Verständigung über erste Zuordnungen (Einigung von Spitzenvertretern des Bundes, der Ländern und der Sozialpartner am 31.01.2012). Im Verlauf des Jahres 2012 hat sich der Arbeitskreis DQR über die Zuordnung weiterer Qualifikationen der geregelten Aufstiegsfortbildung und über die rechtliche Umsetzung des DQR geeinigt. Nachdem im Dezember 2012 der DQR vor dem für die EQR-Entwicklung zuständigen Gremium der Europäischen Kommission erfolgreich präsentiert worden war, haben Bund und Länder Anfang 2013 den Gemeinsamen Beschluss unterzeichnet, der die Grundlage für die Umsetzung des DQR sein wird.
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10. Welche Qualifikationen werden vom DQR erfasst?

Der DQR soll grundsätzlich die Zuordnung aller in Deutschland erwerbbaren Qualifikationen ermöglichen. Zunächst wurden formale Qualifikationen der beruflichen Bildung und der Hochschulbildung entsprechend den Kategorien des DQR beschrieben und seinen Kompetenzniveaus zugeordnet. Darüber hinaus sollen künftig die Qualifikationen des allgemeinbildenden Bereichs zugeordnet werden und die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, nicht-formal und informell erworbene Kompetenzen im DQR zu berücksichtigen.
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11. Warum wurden die Qualifikationen des allgemeinbildenden Bereichs noch nicht zugeordnet?

Ziel war es zunächst, bereits im ersten Schritt alle Qualifikationen des formalen Bereichs – einschließlich der Allgemeinbildung – einzubeziehen. Dass sich dies nicht realisieren ließ, ist der konsequenten Beachtung des Konsensprinzips bei der DQR-Entwicklung geschuldet. Ein von allen Beteiligten getragener Konsens zur lernergebnisbasierten Niveauzuordnung des Abiturs (genauer: der allgemeinen und fachgebundenen Hochschulreife) im Verhältnis zu den Abschlüssen im beruflichen Bereich (z. B. duale Berufsausbildung) hat sich bislang nicht erreichen lassen. Da eine ganzheitliche Betrachtung des allgemeinbildenden Bereichs gewährleistet werden sollte, hat man sich dafür entschieden, diesen zunächst insgesamt nicht zuzuordnen. Vom Konzept eines bildungsbereichsübergreifenden Qualifikationsrahmens wird damit nicht abgerückt. Eine konsensfähige Zuordnung der Allgemeinbildung soll im Laufe der geplanten fünfjährigen DQR-Einführungsphase bis 2017 auf der Grundlage einer kompetenzorientierten Weiterentwicklung von Lehrplänen und Ausbildungsordnungen erarbeitet werden. Einigkeit besteht sowohl darüber, dass die Allgemeinbildung einbezogen werden soll, als auch darüber, dass dabei die Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung angemessen zum Ausdruck zu bringen ist.
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12. Wer ist für die Zuordnung von Qualifikationen zuständig?

Künftig wird es Sache der für eine Qualifikation zuständigen Verordnungsgeber sein, eine Verknüpfung neuer oder veränderter Qualifikationen mit einem DQR-Niveau vorzunehmen. Eine 2013 zu konstituierende Bund-Länder-Koordinierungsstelle wird die Zuordnungen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis DQR auf ihre Stimmigkeit überprüfen.
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13. Welche Berechtigungen ergeben sich aus der DQR-Zuordnung einer Qualifikation?

Der DQR ist ein Transparenzinstrument. Sein Nutzen liegt darin, zu verdeutlichen, auf welchem Niveau die Kompetenzen angesiedelt sind, die mit einer Qualifikation erworben werden. Dadurch macht er auch deutlich, dass verschiedenartige Lernergebnisse aus verschiedenen Bildungsbereichen gleichwertig sein können. Dies bedeutet jedoch nicht, dass mit der Zuordnung einer Qualifikation zu einem DQR-Niveau neue Berechtigungen verbunden sind, die die Zulassung zu Bildungsgängen, die Anrechnung oder Anerkennung von Bildungsergebnissen im In- oder Ausland und tarif- oder laufbahnrechtliche Fragen betreffen.
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14. Viele Menschen erwerben mehrere Abschlüsse, z. B. aus der Berufsbildung (duale Ausbildung) und der Hochschulbildung (anschließendes Bachelor-Studium). Wie wird das Gesamtergebnis berechnet? Wird eine Summe oder ein Durchschnitt gebildet?

Nein – es kann nicht, z. B. durch „Addition“ von Qualifikationen, ein höheres DQR-Niveau erreicht werden. Es geht im DQR um einzelne Qualifikationen, die einem Kompetenzniveau zugeordnet werden, nicht um die Abbildung von individuellen Kompetenzen und Bildungsbiografien. Die DQR-Niveaus machen allgemeine Angaben zu den Kompetenzen, die mit einer Qualifikation verbunden sind. So wird z. B. mit der Zuordnung einer dreijährigen dualen Ausbildung zum Niveau 4 zum Ausdruck gebracht, dass Absolventinnen und Absolventen über „Kompetenzen zur selbständigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden […] beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen“ (DQR-Matrix). Nur insofern der DQR das Kompetenzniveau beschreibt, das mit der Qualifikation verbunden ist, schließt er auch Aussagen über das von ihren Absolventinnen und Absolventen erreichte Kompetenzniveau ein. Anschlussqualifizierungen auf höherem (oder niedrigerem) Niveau ändern an diesen Aussagen nichts.
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15. Können berufliche Qualifikationen auch den Niveaus 6 bis 8 zugeordnet werden?

Die Zuordnung der Qualifikationen erfolgt unter der Maßgabe, dass jedes Qualifikationsniveau entsprechend den mit einer Qualifikation erworbenen Kompetenzen grundsätzlich auf verschiedenen Bildungswegen erreichbar sein kann. Berufliche Qualifikationen können also grundsätzlich allen Niveaus zugeordnet werden. So wurden den Niveaus (6 und 7) neben hochschulischen Qualifikationen auch anspruchsvolle berufliche Qualifikationen, z. B. auf Niveau 6 der Techniker und der Meister oder auf Niveau 7 der strategische IT-Professional, zugeordnet.
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16. Mit welchem Argument werden Meister, Fachwirt, Techniker und Bachelor demselben Niveau zugeordnet?

Grundlage für alle DQR-Zuordnungen sind die lernergebnisbasierten Beschreibungen der acht DQR-Niveaus. Dem gleichen Niveau werden Qualifikationen zugeordnet, wenn sie zur Bewältigung von Aufgaben befähigen, die vergleichbar hohe Anforderungen stellen. Das bedeutet, dass die Aufgaben sich z. B. im Grad der Komplexität und der Notwendigkeit, mit (auch unvorhersehbaren) Veränderungen umzugehen, gleichen. Welche Kompetenzen dafür im Einzelnen erforderlich sind, beschreiben die Deskriptoren des jeweiligen DQR-Niveaus, also die Aussagen, die jeweils zu dem erforderlichen Wissen, zu den benötigten Fertigkeiten und sozialen Kompetenzen und dem damit verbundenen Grad an Selbständigkeit getroffen werden.

Fachwirt, Meister, Techniker und Bachelor werden dem Niveau 6 des DQR zugeordnet, weil es sich in diesem Sinne um gleichwertige Qualifikationen handelt. Das bedeutet nicht, dass sie gleichartig sind. Die Qualifikationen werden in unterschiedlichen Bildungsbereichen vermittelt und qualifizieren für unterschiedliche Aufgaben. Diese Unterschiede bringt der DQR mit seinen Formulierungen ebenso deutlich zum Ausdruck wie die Gleichwertigkeit des Niveaus. So heißt es z. B. unter der Spalte „Wissen“ auf Niveau 6: „Über breites und integriertes Wissen einschließlich der wissenschaftlichen Grundlagen, der praktischen Anwendung eines wissenschaftlichen Faches sowie eines kritischen Verständnisses der wichtigsten Theorien und Methoden (entsprechend der Stufe 1 [Bachelor-Ebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse) oder über breites und integriertes berufliches Wissen einschließlich der aktuellen fachlichen Entwicklungen verfügen. Kenntnisse zur Weiterentwicklung eines wissenschaftlichen Faches oder eines beruflichen Tätigkeitsfeldes besitzen.“ Während die Formulierungen vor dem „Oder“ dem Hochschulbereich entsprechen, beschreiben die jeweils folgenden Formulierungen die beruflichen Qualifikationen, die dem Niveau 6 zugeordnet werden. Das Beispiel zeigt, dass in beiden Bereichen auf Niveau 6 ein Wissen gefordert wird, das Grundlage für Innovationsfähigkeit ist („Kenntnisse zur Weiterentwicklung“). Gleiches Niveau der Anforderungen, wenn auch in unterschiedlichen Zusammenhängen – das ist das Argument für die Zuordnung von Meister, Fachwirt, Techniker und Bachelor zu einem DQR-Niveau.
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17. Wenn die Qualifikationen Fachwirt, Meister und Techniker wie auch der Bachelor dem Niveau 6 des DQR zugeordnet werden, bedeutet das, dass ich als Absolvent/in ein Masterstudium aufnehmen kann, ohne einen Bachelorstudiengang absolviert zu haben? Kann ich den Titel „Bachelor professional“ führen?

Die Aussage, dass z. B. Bachelor und Meister Aufgaben auf dem gleichen Anforderungsniveau zu bewältigen haben, besagt nicht, dass der Qualifikationstyp (z. B. Meister oder Bachelor) praktisch bedeutungslos wäre. Tätigkeiten von gleicher Komplexität können sich nach ihren Inhalten und den zur Problemlösung erforderlichen Methoden deutlich unterscheiden. Dies drückt sich in den entsprechenden Bildungsgängen ebenso aus wie in den Berechtigungen im Bildungssystem, die die Absolventen erwerben. Auch wenn berufliche Qualifikationen zusammen mit dem Bachelorabschluss dem Niveau 6 zugeordnet werden, ist der Erwerb des Bachelorabschlusses nur durch ein entsprechendes Hochschulstudium möglich. Keinesfalls hat man z. B. mit dem Meisterbrief gleichzeitig auch den Bachelorabschluss erworben, oder umgekehrt. Der DQR wirkt sich nicht auf die Zulassungsvoraussetzungen im Hochschulbereich aus. Seine Zuordnungen auf dem Niveau 6 sind nicht mit der Schaffung eines „Bachelor professional“ gleichzusetzen, wie sie in der bildungspolitischen Diskussion verschiedentlich gefordert wurde.

Die Hochschulgesetzgebung in Deutschland trägt jedoch dem Umstand Rechnung, dass in beruflicher und Hochschulbildung zum Teil auch gleichartige Kompetenzen erworben werden. So können Hochschulen für beruflich Qualifizierte – laut Beschlüssen der Kultusministerkonferenz vom 28.06.2002 und 18.09.2008 – Möglichkeiten der Anrechnung von außerhalb des Hochschulwesens erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten auf ein Hochschulstudium im Umfang von bis zu 50 % vorsehen. Die Landeshochschulgesetze können vorsehen, dass in definierten Ausnahmefällen für weiterbildende und künstlerische Masterstudiengänge an die Stelle des berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses (z. B. des Bachelorabschlusses) eine Eingangsprüfung treten kann. Gesetzliche Regelungen in einigen Ländern sehen die Möglichkeit vor, den Zugang zu weiterbildenden Masterstudiengängen unabhängig von einem Hochschulabschluss zu eröffnen.
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18. Erleichtert der DQR den Zugang zu Bildungsgängen, z. B. zu einem Hochschulstudium?

Das bestehende System der Zugangsberechtigungen in Deutschland bleibt vom DQR unberührt. Im Fall der Hochschulzulassung erfolgt die Regelung z. B. unverändert durch die Hochschulgesetzgebung der Länder. Allgemein gilt: Der DQR ist ein Transparenzinstrument, kein Instrument der Regulierung des Bildungssystems. Alle bisherigen Abschluss- und Qualifizierungsarten bleiben erhalten. Die Zuerkennung von Qualifikationen bleibt Aufgabe der jeweils zuständigen Einrichtungen.
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19. Lohnt sich überhaupt noch ein Studium, wenn Meister, Fachwirt, Techniker und Bachelor als gleichwertig eingestuft werden?

Die Niveaugleichheiten, die der DQR beschreibt, ändern nichts daran, dass hinter den verschiedenen Qualifikationen, die an verschiedenen Lernorten erworben, unterschiedliche fachliche Spezialisierungen und Akzentsetzungen stehen. Die erforderlichen fachlichen und sozialen Kompetenzen unterscheiden sich bei Meister, Fachwirt, Techniker und Bachelor in erheblichem Maße. Die Qualifikationen sind daher – z. B. bei Stellenbesetzungen – auch nicht gegeneinander austauschbar. Bildungswegentscheidungen werden sich also auch in Zukunft am angestrebten Tätigkeitsfeld und nicht am DQR-Niveau zu orientieren haben.
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20. Wie wirkt sich der DQR tarif- und besoldungsrechtlich aus?

Bestehende tarif- oder besoldungsrechtliche Regelungen werden vom DQR nicht berührt. Beim DQR geht es um die Vergleichbarkeit von Kompetenzprofilen, nicht um eine tarif- oder besoldungsrechtliche Gleichstellung von Qualifikationen. In die hier bestehenden Zuständigkeiten greift der DQR in keiner Weise ein.
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21. Muss jede/r Einzelne auf seinem Bildungsweg alle DQR-Stufen nehmen, oder kann man auch Stufen überspringen?

Im Zusammenhang mit dem DQR wird nicht von Stufen, sondern von Niveaus gesprochen – und das mit gutem Grund. Der DQR beschreibt keine Systematik von Bildungswegen, innerhalb derer die Lernenden aufsteigen wie auf einer „Treppe“, sondern er bildet die unterschiedlichen Ausprägungen von Kompetenz ab, die mit Qualifikationen verbunden sind. Die Zulassung zu Bildungsgängen wird vom DQR weder geregelt noch beschrieben. Faktisch wird es oft so sein, dass ein Entwicklungsschritt innerhalb eines Bildungsweges auch mit dem Erreichen des nächst höheren DQR-Niveaus verbunden ist. Es kann aber durchaus auch vorkommen, dass Lernende durch Weiterqualifizierung eine Qualifikation erwerben, die zwei Niveaus über der zuletzt erworbenen angesiedelt ist – so wie es vorkommen kann, dass eine Fortbildung auf oder auch unter dem Niveau der höchsten bislang erworbenen Qualifikation absolviert wird.
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22. Wie wirken sich die Noten auf einem Zeugnis auf das DQR-Niveau aus?

Die individuellen Bewertungen, die einzelne Lernende beim Erwerb ihrer Qualifikationen (z. B. durch Noten) erhalten haben, stehen in keinerlei Zusammenhang mit der Niveauzuordnung dieser Qualifikationen. Die DQR-Zuordnung soll das Anforderungsniveau der Qualifikation deutlich machen. Dies geschieht dadurch, dass die Kompetenzen charakterisiert werden, über die die Absolventinnen und Absolventen mindestens verfügen, wenn sie den betreffenden Abschluss erworben haben. Darüber hinaus gehenden Aussagen über ihre persönliche Leistungsfähigkeit werden nicht gemacht.
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23. Von welchem Zeitpunkt an werden EQR/DQR-Zuordnungen auf Zeugnissen ausgewiesen? Kann der Eintrag auch nachträglich erfolgen?

Da in den einzelnen Bildungsbereichen zunächst die rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung geschaffen werden müssen (z. B. Rechtsverordnungen der Länder), wird die Ausweisung der EQR /DQR-Niveaus auf Zeugnissen schrittweise bis 2014 erfolgen. Eine rückwirkende Ausweisung auf Zeugnissen ist nicht möglich.
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24. Werden nicht-formales und informelles Lernen im DQR berücksichtigt?

Neben den formalen Qualifikationen sollen auch nicht-formal und informell erworbene Kompetenzen gleichberechtigt Eingang in den DQR finden. Dabei handelt es sich u. a. um Kompetenzen, die durch nicht staatlich geregelte Weiterbildung, durch selbst organisiertes Lernen oder das Lernen in Lebenszusammenhängen, z. B. in der Arbeit oder im Ehrenamt, erworben wurden. Geplant ist ein schrittweises Vorgehen. Da der nicht-formale Bereich Qualifikationen aufweist, die eine große Nähe zu den bisher betrachteten formalen Qualifikationen aufweisen, soll hier damit begonnen werden, Möglichkeiten einer Berücksichtigung im DQR zu prüfen. 2013 wird auf Vorschlag des AK DQR vom September 2012 eine Expertengruppe eingesetzt, die Vorschläge und Kriterien für dieses Segment des nicht-formalen Bereichs erarbeitet. Eine Zuordnung von informell erworbenen Kompetenzen zum DQR setzt zunächst deren Validierung voraus. Das BMBF wird vor dem Hintergrund des „Vorschlags für eine Empfehlung des Rates zur Validierung der Ergebnisse nichtformalen und informellen Lernens“ der Europäischen Kommission eine Arbeitsgruppe mit den verantwortlichen Partnern zum Thema „Systematische Validierung von nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen“ einrichten, deren Ergebnisse in Hinblick auf die möglichen Konsequenzen für den DQR im Arbeitskreis DQR beraten werden.
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25. In welchem Verhältnis stehen der DQR und der Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse?

Der DQR und der deutsche Qualifikationsrahmen für Hochschulabschlüsse sind miteinander verknüpft. Die Niveaus 6, 7 und 8 des DQR entsprechen hinsichtlich der beschriebenen Anforderungen und Kompetenzen den Stufen 1 (Bachelor-Ebene), 2 (Master-Ebene) und 3 (Doktoratsebene) des Qualifikationsrahmens für Hochschulabschlüsse.
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26. In welchem Verhältnis stehen der DQR und Kreditpunktesysteme wie ECTS oder ECVET?

Derzeit ist der DQR nicht mit den beiden Kreditpunktesystemen ECTS (für die Hochschulbildung) und ECVET (für die berufliche Bildung) verknüpft.
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27. In welchem Verhältnis stehen der EQR und die Richtlinie 2005/36/EG zur Anerkennung von Berufsqualifikationen?

Die Umsetzung des EQR in den Mitgliedstaaten beruht auf einer Empfehlung der Europäischen Union und ist damit ein Instrument ohne rechtsverbindlichen Charakter. Im Gegensatz dazu ist die Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen ein rechtsverbindliches Instrument. Laut Erwägungsgrund 11 der Empfehlung zur Einführung des EQR in den Mitgliedstaaten bleibt die Anerkennungsrichtlinie 2005/36/EG unberührt. Beide Instrumente haben eine unterschiedliche Zielrichtung. Geht es bei den Qualifikationsrahmen um die umfassende Darstellung der nationalen Bildungssysteme und ihrer Bezüge zueinander, regelt die Richtlinie 2005/36/EG die gegenseitige Anerkennung im Bereich der reglementierten Berufe.
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28. Glossar

Informelles Lernen bezeichnet die „natürliche Begleiterscheinung des täglichen Lebens. Anders als beim formalen und nicht-formalen Lernen handelt es sich beim informellen Lernen nicht notwendigerweise um ein intentionales Lernen, weshalb es auch von den Lernenden selbst unter Umständen gar nicht als Erweiterung ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten wahrgenommen wird“. (vgl. Kommission der Europäischen Union, Memorandum über Lebenslanges Lernen, 2000)

Kompetenz bezeichnet im DQR die Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen, Kenntnisse und > Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten zu nutzen und sich durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Kompetenz wird in diesem Sinne als umfassende Handlungskompetenz verstanden. Im DQR wird Kompetenz in den Dimensionen Fachkompetenz und personale Kompetenz dargestellt. Methodenkompetenz wird als Querschnittskompetenz verstanden und findet deshalb in der DQR-Matrix nicht eigens Erwähnung. (Im EQR hingegen wird Kompetenz nur im Sinne der Übernahme von Verantwortung und Selbständigkeit beschrieben.)

Lernergebnisse (learning outcomes) bezeichnen das, was Lernende wissen, verstehen und in der Lage sind zu tun, nachdem sie einen Lernprozess abgeschlossen haben. Der DQR beschreibt zu Kompetenzen gebündelte Lernergebnisse.

Nicht-formales Lernen bezeichnet Lernen „außerhalb der Hauptsysteme der allgemeinen und beruflichen Bildung“ und führt nicht unbedingt zum Erwerb eines formalen Abschlusses. Es kann am Arbeitsplatz, im Rahmen von Aktivitäten der Organisationen und Gruppierungen der Zivilgesellschaft oder von Organisationen und Diensten, die zur Ergänzung des formalen Systems eingerichtet wurden, stattfinden.(vgl. Kommission der Europäischen Union, Memorandum über Lebenslanges Lernen, 2000)

Qualifikation bezeichnet das formale Ergebnis eines Beurteilungs- und Validierungsprozesses, bei dem eine dafür zuständige Institution festgestellt hat, dass die individuellen Lernergebnisse vorgegebenen Standards entsprechen.

Validierung bezeichnet die Bestätigung durch eine zuständige Behörde oder Stelle, dass Lernergebnisse (Kenntnisse, Fertigkeiten und/oder Kompetenzen), die eine Person in einem formalen, nicht formalen oder informellen Kontext erzielt hat, gemäß festgelegten Kriterien bewertet wurden und den Anforderungen eines Validierungsstandards entsprechen. (Vgl. CEDEFOP, Europäische Leitlinien für die Validierung nicht formalen und informellen Lernens 2009)

Wissen bezeichnet die Gesamtheit der Fakten, Grundsätze, Theorien und Praxis in einem Lern- oder Arbeitsbereich als Ergebnis von Lernen und Verstehen. Der Begriff Wissen wird synonym zu „Kenntnisse“ verwendet.
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