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Aktuelles Datum 24.05.2013
Nach einer mehr als sechsjährigen Entwicklungsphase wird der Deutsche Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) im Mai 2013 eingeführt. >>
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Vorgehen in der zweiten Erarbeitungsphase



Ziele und Gegenstand der Erarbeitungsphase


Ziel der zweiten Erarbeitungsphase des DQR ist es, zu nachvollziehbaren, konsensfähigen exemplarischen Zuordnungen ausgewählter Qualifikationen des deutschen Bildungssystems zu kommen, die Handhabbarkeit der DQR-Matrix zu überprüfen und diese nötigenfalls weiterzuentwickeln. Es gilt zu identifizieren,
  • auf welchen Niveaustufen die exemplarisch betrachteten Qualifikationen im Sinne des definierten Kompetenzbegriffs jeweils anzusiedeln sind und
  • an welchen Stellen der DQR-Matrix ggf. Anpassungen vorgenommen werden sollten (z. B. Verbesserung der Trennschärfe, Verständlichkeit von Deskriptoren, 3- bzw. 4-Säulenstruktur des DQR, Kompatibilität mit dem EQR).
Die in der Erarbeitungsphase zu betrachtenden Berufs- und Tätigkeitsfelder sollen das deutsche Qualifizierungssystem bereits mit einer gewissen Breite und Repräsentanz – insbesondere auch unter Berücksichtigung aller acht Niveaustufen – abbilden. Es wurde davon ausgegangen, dass dies bei den ausgewählten vier Berufs- und Tätigkeitsfeldern Metall/Elektro, Handel, Gesundheit und IT-Bereich gegeben ist.
Bei den exemplarischen Zuordnungen wurden, die vollzeitschulische berufliche Bildung, die duale Berufsausbildung einschließlich der Ausbildungsvorbereitung, die Hochschulbildung, die Weiterbildung und die geregelte Fortbildung berücksichtigt. Die Zuordnung von Qualifikationen aus dem Bereich der allgemeinen Bildung erfolgte parallel durch den Schualausschuss der KMK.
Für jedes der genannten vier Berufs- und Tätigkeitsfelder wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Mitglieder ausgewählte Qualifikationen exemplarisch der DQR-Matrix im Sinne eines Expertenvotums zuordnen werden.


Zusammensetzung der Arbeitsgruppen

Für die inhaltliche Arbeit in den Arbeitsgruppen wurden Experten mit besonderen Kenntnissen über Qualifikationen in den betrachteten Berufs- und Tätigkeitsfeldern ausgewählt. Ihre Arbeit wird durch die Bund-Länder-Koordinierungsgruppe DQR unterstützt, die in jeden Arbeitskreis einen/eine Vertreter/in entsandte. Das DQR-Büro leistete organisatorische, inhaltliche und methodische Unterstützung.
In den Arbeitsgruppen sind vertreten:
  • Allgemeinbildende Schule
  • Verordnungsgeber und Einvernehmensministerium der betrieblichen Seite der Berufsbildung
  • Betriebliche Seite der Berufsbildung
  • Gewerkschaften
  • Berufliche Schulen
  • Weiterbildung: Anbieter beruflicher Weiterbildung und betriebliche Bil-dung
  • Hochschule, unter Berücksichtigung von Universität und Fachhochschule
  • Wissenschaftlicher Experte
  • ein Mitglied Bund-Länder-Koordinierungsgruppe (begleitend)
  • Mitglieder des AK DQR (Gaststatus)
  • DQR-Büro (begleitend/ Protokoll)


Aufgabe und Arbeitsweise der Arbeitsgruppen

Die Auswahl der zuzuordnenden Qualifikationen wurde so getroffen, dass bei den exemplarischen Zuordnungen für jeden Erprobungsbereich nach Möglichkeit alle  DQR-Niveaustufen mit mindestens einer Qualifikation belegt wurden.

Für die zur exemplarischen Zuordnung vorgesehenen Qualifikationen wurden Lehrpläne, Ausbildungsordnungen und andere relevante Dokumente mit Blick auf Inhalte und Terminologie des DQR qualitativ analysiert. Besonderheiten der betrachteten Bereiche (z. B. in der Rolle der vollzeitschulischen Berufsbildung oder der Weiterbildung, bei Schnittstellenfragen im Verhältnis von dualer und vollzeitschulischer Ausbildung, von beruflicher und Hochschulbildung) wurden beschrieben.

Zur Bewertung der Handhabbarkeit der DQR-Matrix beantworteten die Arbeitsgruppen in einem nächsten Schritt einen Fragenkatalog, der u.a. folgende Fragen enthält:
  • Welche Formulierungen des DQR bereiten Schwierigkeiten (z. B. mangelnde Trennschärfe einzelner Deskriptoren, unklare Graduierung, Verständnis- und Anwendungsprobleme)?
  • Wie ist mit abweichenden Einstufungen in den verschiedenen Säulen umzugehen, wenn bspw. Fertigkeiten auf einer anderen Niveaustufe eingeordnet werden als Kenntnisse?
  • Ist die Gleichwertigkeit zwischen allgemeiner/Hochschulbildung und beruflicher Bildung angemessen zum Ausdruck gebracht?
  • Ist die Säulenstruktur des Diskussionsvorschlags für einen DQR angemessen?
Für ein gemeinsames Verständnis der grundlegenden Begriffe und des methodischen Vorgehens bei der Zuordnung erstellte das DQR-Büro einen kurzen einheitlichen Leitfaden, der im Prozessverlauf fortgeschrieben wurde. Er erläutert
  • das Prinzip der Outcome-Orientierung (Abgrenzung outcome – output – Kompetenz etc.),
  • die Tatsache, dass die höheren Niveaustufen grundsätzlich die Kompetenz-Beschreibungen der niedrigeren Stufen mit einschließen (Inklusionsprinzip), die Struktur des DQR (Niveauindikator; 2 x 2 Säulen),
  • die Bedeutung einer Niveaustufen-Zuordnung (Gleichwertigkeit, nicht Gleichartigkeit von Qualifikationen; jede Niveaustufen ist grundsätzlich auf jedem Bildungsweg erreichbar) und
  • die sich daraus ergebenden methodischen Konsequenzen für die Zuordnungsarbeit.
Die Arbeitsgruppen arbeiten nach dem Konsensprinzip. Wurde in Einzelfällen ein einheitliches Votum nicht erreicht, wurden die Gründe für die abweichenden Einschät-zungen dokumentiert.

Für jede Arbeitsgruppe wurde ein/e Vorsitzende/r berufen.
Ein im November 2009 vorgelegter gemeinsamer Zwischenbericht aller Arbeitsgruppen informiert die Bund-Länder-Koordinierungsgruppe und den Arbeitskreis DQR über die bis dato erreichten Ergebnisse. Am Ende der zweiten Erarbeitungsphase verantwortet jede Arbeitsgruppe einen Abschlussbericht.

Die Mitarbeit der Experten ist unentgeltlich.


 Vorgehen der Arbeitsgruppen

Die Arbeit in den Arbeitsgruppen begann am 25. Mai 2009 mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung und der konstituierenden Sitzung der Arbeitsgruppen.

Auftaktveranstaltung
Die Tätigkeit der Arbeitsgruppen wurde mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung eröffnet, in der die politische Bedeutung des DQR-Prozesses und die Ziele der Erarbeitungsphase verdeutlicht wurden. Um ein einheitliches Verfahren zu sichern, wurden der Leitfaden und die vorgeschlagene Vorgehensweise im Plenum vorgestellt.

Konstituierende Sitzung
Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung schloss sich die konstituierende Sitzung der Arbeitsgruppen an, in der man sich über die Arbeits- und Kommunikationsstrukturen und die Zuständigkeiten, die Bildung von Untergruppen, die Diskussion von Methodik und offenen Fragen und die für die nächste Sitzung zu leistenden Vorarbeiten verständigte.

Erste Arbeitsgruppen-Sitzung
Auf der ersten regulären Arbeitsgruppen-Sitzung erarbeiteten die benannten Experten Vorschläge für eine erste Zuordnung der exemplarisch für ihre Berufs-und Tätig-keitsfelder ausgewählten Qualifikationen zu den Niveaustufen des DQR.

Weitere Arbeitsgruppen-Sitzungen
Im Rahmen der zweiten Sitzung wurden vor allem methodische Fragen des Vorgehens bei den Zuordnungen diskutiert. Hierzu zählten die möglichen anzuwendenden Verfahren (induktiv/deduktiv), die Bestimmung und Aussagekraft der zur Verfügung stehenden Quellen/Ordnungsmittel sowie die Identifikation eines möglichen Anpassungsbedarfs der DQR-Matrix (z. B. bzgl. Matrixstruktur, Kategorien, Deskriptoren). 
In den folgenden Sitzungen diskutierten die Experten die erarbeiteten Zuordnungsvorschläge für exemplarisch ausgewählte Qualifikationen sowie die Handhabbarkeit der DQR-Matrix.

Anpassung der DQR-Matrix

Die Folgerungen, die sich aus der Erarbeitungsphase für die Gestaltung der DQR-Matrix ergeben, werden nun in den verantwortlichen Gremien geleistet.

Auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse wird unter Einbeziehung der Prozessbeteiligten zudem ein Handbuch erstellt, das eine Zuordnung von Qualifikationen in der Breite des Deutschen Bildungssystems ermöglichen soll.

Text zum Download als PDF-Dokument:
Leitfaden - Vorgehen in der zweiten Erarbeitungsphase




 
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